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Mittwoch, 18. Juli 2018

EU-Messverfahren in Entwicklung

Im Zuge des Bestrebens nach mehr Transparenz wird derzeit auf Initiative der Europäischen Kommission hin ein neuer, zusätzlicher Testzyklus zum Mehrverbrauch durch die Autoklimaanlage entwickelt. Die Technische Universität Graz und TNO betreuen dieses Vorhaben seit 2009 federführend. In der derzeit laufenden zweistufigen Pilotphase wurde zunächst in einer Ringmessung der Verbrauch von 30 verschiedenen Fahrzeugen auf verschiedenen Rollenprüfständen sowohl im Leerlauf als auch bei 50 und bei 100 km/h bei laufender und bei ausgeschalteter Klimaanlage gemessen. Anhand mehrerer Sensoren wird die Lufttemperatur im Fahrzeuginnenraum, beim Ausströmen und im Prüfstandsraum gemessen (siehe Grafik). Im Frühjahr 2013 wird die Pilotphase voraussichtlich abgeschlossen sein.

Verbraucherinformation und Kritik

Der Verbraucher könnte zukünftig auf zweierlei Weise über die ermittelten Mehrverbrauchswerte informiert werden: Zum einen besteht die Möglichkeit, den Klimaanlagenmehrverbrauch in die offiziellen Verbrauchsangaben zu integrieren bzw. über ein Bonus-/Malus-System zu verrechnen.  Die andere Möglichkeit wäre eine gesonderte Ausweisung der Anlageneffizienz (beispielsweise in Form eines Labels).
So positiv die Initiative der Entwicklung eines einheitlichen Testverfahrens grundsätzlich ist, gibt es Kritikpunkte an dem geplanten EU-Messverfahren:

  • Das Messverfahren ermöglicht lediglich einen relativen Vergleich verschiedener Klimaanlagentypen. Zum absoluten (und realistischen) Verbrauch können keine belastbaren Angaben gemacht werden.
  • Es wird alleinig die Effizienz der Klimaanlage betrachtet. Weitere mögliche Maßnahmen des Wärmemanagements bleiben – bis auf einen Korrekturfaktor für hitzereflektierende Verglasung – außen vor.