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Donnerstag, 27. April 2017

Warum ist die Autoklimaanlage für den Umweltschutz relevant?

Ineffiziente Anlagen und der Einsatz treibhausintensiver Kältemittel verschärfen den wachsenden Beitrag des Verkehrssektors zur globalen Klimabelastung.

Klimaschädliches Kältemittel

© em-punkt digitales Videostudio

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Nach Angaben der Experten des UNEP werden im Jahr 2020 schädliche Kältemittel im Umfang von mindestens 240 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten in die Atmosphäre gelangen und den Klimawandel verstärken. Ohne Kältemittel funktioniert jedoch keine Klimaanlage. In allen Fahrzeugklimaanlagen wird seit Jahren die Chemikalie R134a (Tetrafluorethan) verwendet. R134a ist mitverantwortlich für den Klimawandel und zählt zu den im Kyoto-Protokoll aufgeführten fluorierten Treibhausgasen, die reduziert werden müssen. Das Kältemittel ist jedoch 1.430mal so klimaschädlich wie CO2. Die Klimaschädlichkeit eines Stoffes wird als GWP-Wert (Global Warming Potential) angegeben.

Je nach Fahrzeugtyp sind in einer Klimaanlage bis zu 700 Gramm Kältemittel R134a eingefüllt. Im normalen Fahrbetrieb entweicht permanent etwas Kältemittel in die Atmosphäre. Zusätzlich werden durch unsachgemäße Wartung, Leckage und Unfälle erhebliche Mengen von R134a freigesetzt. Die Kältemittelemissionen summieren sich auf einen zusätzlichen CO2-Ausstoß von rund sieben Gramm pro gefahrenem Kilometer.

Im Jahr 2008 betrugen die Emissionen von R134a aus Autoklimaanlagen laut Umweltbundesamt allein in Deutschland 2.700 Tonnen. Sie entfalten eine Treibhausgaswirkung entsprechend 3,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Anders ausgedrückt: Dies entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß der Fahrleistung von 2 Millionen sparsamen Pkw in Deutschland.

Die EU hat für Kältemittel in Autoklimaanlagen einen Grenzwert festgelegt, um die Verwendung klimaschädlicher Stoffe wie R134a einzudämmen und langfristig zu verbieten. Seit Januar 2011 darf R134a in neuen Fahrzeugmodellen nicht mehr eingefüllt werden.

© UBA